Heimathafen verlassen vor 1831 Tage 21 Stunden 36 Minuten

Archiv für August 2013

Nebel in der Bretagne

 

Nach zwei vergeblichen Versuchen, die jeweils nach einigen Meilen wegen Nebel zur Rückkehr in den sicheren Hafen führten, wagte ich den dritten Anlauf am Folgetag. Die Sichtweite betrug immerhin eine Seemeile. Zwischendurch traten aber immer wieder dichte Nebelfelder auf, mit Sichtweiten zwischen 20m und 50m.

Obwohl der Plotter mir eine Gefahrentonne steuerbords anzeigte, war die 6m hohe Tonne plötzlich ca. 20 m voll voraus. Ohne erst den Autopiloten auszuschalten konnte ich noch gerade die Kurve kriegen. Tja, die Tonnen schwojen eben auf 60m Tiefe enorm.

Die Sicht besserte sich zwischendurch immer mal wieder. So traute ich meinen Augen nicht, als plötzlich ein Riesenobjekt auf mich zusteuerte. Während ich bei dem bißchen Wind mit Motorkraft unterwegs war, segelte da doch einer immerhin mit geschätzten 5-6 Knoten an mir vorbei. Es war kein Geringerer als Lionel Lemonchois mit seinem Trimaran „Prince de Bretagne“, der von der gleichnamigen Gemüsefirma gesponsert wird. Es wäre mir eine größere Ehre gewesen, von ihm übergemangelt zu werden, als die Schmach hinnehmen zu müssen, eine blöde Nordtonne voll zu treffen. Wie ich hinterher feststellen konnte, hat das Schiff immerhin 400qm Segelfläche und ist 80 Fuß lang. Lionel war zu einer Regatta in der Bretagne unterwegs. Er ist Halter einiger Geschwindigkeitsrekorde und hat an vielen bekannten Regatten teilgenommen, so z.B. an der Route du Rhum und der Transat. Den könnte auch die fleißige WaSchPo nicht stoppen (s. Kieler Woche). Übrigens bei You Tube ist ein Kurzfilm zu sehen: Video du Maxi 80 Prince de Bretagne.

Insgesamt ist das Revier hier nicht einfach – viele Untiefen und Felsen, Ströme mit 6 kn und großem Stromversatz, schwierige Navigation bei Nacht und Nebel. Mit der letzten Station in Brest habe ich dann aber den Kanal geschafft. Zunächst ruhe ich mich erst einmal in einem Hafen aus, der in einer Flussmündung liegt: Port de l‘ Aber Wrac’h. Karen hat aus dem Budget per Skype eine Portion Muscheln genehmigt. Die esse ich gern, aber als Vorspeise! 🙂

 

Prince de Bretagne

Prince de Bretagne

Luftbild von der Flussmündung mit Hafen

Luftbild von der Flussmündung mit Hafen

 

 

Datum: 30.08.2013 – 10:58 Uhr

Position: N 48  35.25 / W 4 34.34

Position in Google Maps

 

 

Typisch Bretagne: Schroffe Küsten, mondäne Städte mit Geschichte und Legenden

 

Auf dem Weg nach Brest bin ich in Roskoff angekommen, direkt gegenüber von der Insel Ile de Batz. Hier ist ein nigelnagelneuer Hafen entstanden, der mir empfohlen wurde, aber weder auf den elektronischen noch auf meinen aktuellen Papierkarten eingezeichnet ist. Erst spät kam ich morgens wegen der Tide von Guernsey los. Nachmittags schlief der Wind ein und ich auch, denn ich hatte abends lange auf dem Nachbarschiff mit einer französischen Studentengruppe zusammengesessen. Erst ein ungewohntes Wasserplatschen holte mich aus meinem 15 Minuten-Eieruhrschlaf. Ich sah die ersten Delphine, die „FindUs“ sicher anschieben wollten. So kam ich dann mal wieder nachts kurz vor Hochwasser an und fand auch tatsächlich nach 14stündiger Überfahrt die Marina. Aber es ist schon ein mulmiges Gefühl, wenn man weiß, dass unter einem schroffe Felsen und Rocks sind. Bei Niedrigwasser kommen sie ans Tageslicht. Tatsächlich lässt sich die enge Durchfahrt zwischen dem alten Hafen von Roskoff und der gegenüberliegenden Ile de Batz durchsegeln. Das haben die Wikinger auch schon ohne GPS geschafft. Auch König Artus war bekanntlich in den westlichen Gefilden Frankreichs. Heute sind viele englische Touristen hier unterwegs. Im Hafen bin ich aber mal wieder der einzige Deutsche, der es natürlich ebenso auf die bretonische Küche abgesehen hat, wie die meisten hier, denn Restaurants für alle Preisklassen bieten die Früchte des Meeres an.

 

Typisch Bretagne

Typisch Bretagne

Sind das Weissbauchdelphine?

Sind das Weissbauchdelphine?

Inseldurchfahrt Ile de Batz

Inseldurchfahrt Ile de Batz

 

 

Datum: 27.08.2013 – 13:10 Uhr

Position: N 48  43.56 / W 3  59.39

Richtung: 1.96

Position in Google Maps

 

 

Saint Peter Port / Guernsey

 

Von Alderney – via kleinere Inseln wie Herm und Sark mit Ankermöglichkeiten und unruhigen Nächten – bin ich nun wieder in einem richtigen Hafen angelangt. Allerdings musste ich bei Niedrigwasser am Waiting-Ponton auf das Hochwasser warten. Jedes Boot, immerhin waren so 25 Motorboote und Segelyachten da, wurde dann ca. 2 Std. vor HW von Mitarbeitern der Hafenverwaltung mit einem Schlauchboot durch die Hafeneinfahrt und über das mittlerweile befahrbare Sill (4,20m bei HW) zu seinem Liegeplatz begleitet. Zuvor wurde man allerdings von sehr freundlichen jungen Mitarbeiterinnen, wahrscheinlich mit Sommerjobs, lächelnd und freundlich abkassiert. Beim Ausfüllen der Einreiseformulare habe ich aber die Stammbesatzung verschwiegen, denn die Einfuhr von Tieren ist nicht erlaubt. Danach wird schon vor dem Anlegen durch Zuruf gefragt. Da Springtide war, betrug das HW 11,50m. Entsprechend konnte ich den gewaltigen Strom mit 11,4 kn (SOG, ca. 20 km/h) nutzen und schnelle Fahrt machen. Dabei geht es mit vollem Anlauf quer durch die Vorhafeneinfahrt. Danach habe ich erst einmal tief durchgeatmet. Jeder der die tolle Insel Guernsey kennt, wird mir zustimmen, dass ich hier ein paar Tage verweilen sollte.

Guernsey - 2 Std. nach Hochwasser

Guernsey – 2 Std. nach Hochwasser

 

Guernsey - 1 Std. nach Niedrigwasser

Guernsey – 1 Std. nach Niedrigwasser

 

 

Guernsey - Saint Peter Port

Guernsey – Saint Peter Port

 

Datum: 21.08.2013 – 09:59 Uhr

Position: N 49  27.34 / W 2  32.02

Richtung: 218.26

Position in Google Maps

 

 

…because no commentary gets in the way of this impression.

FindUs 3. Boot von rechts

Datum: 18.08.2013 – 13:48 Uhr

Position: N 49 43.28 / W 2 11.89

Richtung: 358.89

Position in Google Maps

 

 

Alderney / Braye Bay / St. Anne

… und schon wieder hat es nicht mit Schottland geklappt. Diesmal ist nicht das Wetter dafür verantwortlich, ich bin einfach zu früh links abgebogen.

Auf den Kanalinseln scheint die Sonne. Sie laden zum Verweilen ein. So liege ich vor Anker und knattere mit dem lautesten Außenborder zur Anlegestelle, wo schon weitere 30 Gummiboote liegen. Nach der Erkundung von Alderney folgen dann die anderen Inseln.

Braye Bay auf Alderney

Victoria Street in St. Anne / Alderney

Datum: 15.08.2013 – 10:42 Uhr

Position: N 49 43.28 / W 2 11.89

Richtung: 3.81

Position in Google Maps