Heimathafen verlassen vor 1834 Tage 1 Stunde 31 Minuten

Ankunft auf Raiatea

 

Nach einer unspektakulären zwanzigstündigen Überfahrt, die mit gutem Wind startet, aber letztendlich doch zu einer langen Motorfahrt wird, erreichen wir Raiatea. Raiatea und ihre Nachbarinsel Tahaa teilen sich eine von einem Riff umgebene Lagune. Die Zufahrt ist durch mehrere Pässe möglich. Wir entscheiden uns für den im Osten von Raiatea gelegenen Irihu Pass. Zwischen zwei kleinen Motus geht es durch die schmale Einfahrt.

 

Motu Irihu

 

Wir wollen in die Fa’aroa Bucht, wo man mit dem Dinghy den Fluss Fa’aroa befahren kann. Ziemlich weit unten finden wir einen gut geschützten Ankerplatz, direkt vor dem „Kopf der schlafenden Frau“, wie die Einheimischen den Berg nennen.

 

Schlafende Frau

 

In der Bucht ist es angenehm kühl und Findus liegt fast bewegungslos. Optimale Bedingungen, um nach der Überfahrt richtig erholsam zu schlafen.

Am nächsten Tag geht es mit dem Dinghy auf den Fluss. Würden nicht überall Palmen stehen, könnten wir auch auf einem deutschen Gewässer unterwegs sein.

 

Video: Flussfahrt

 

Für uns stellt die Landschaft eine willkommene Abwechslung dar.

 

Impressionen vom Fa’aroa

 

Am Rande des Flusses soll auch ein botanischer Garten sein. Wir sehen auf der rechten Seite einen offensichtlich neu gebauten Anleger, aber keinen Hinweis, dass sich dahinter ein für die Öffentlichkeit zugänglicher Ort befindet. Wir setzen unsere Fahrt daher erstmal fort und fragen kurz darauf einen Mann, der uns freundlich vom Ufer zuwinkt, wo wir den Garten finden. Er zeigt In die Richtung, aus der wir kommen. Also doch hinter dem neuen Betonsteg.
Wir fahren trotzdem weiter den Fluss hinauf, bis es zu flach wird und vom Ufer immer mehr Baumstämme ins Wasser ragen.
Auf der Rückfahrt treffen wir wieder auf den freundlichen Polynesier, der uns zu verstehen gibt, dass der botanische Garten geschlossen sei. Aber wenn wir möchten, zeigt er uns seinen Garten, der genau gegenüber der Anlegestelle vom botanischen Garten liegt.
Der „Garten“ von André ist 2 ha groß. Eingebettet in die Landschaft baut er hier, ausschließlich für seine Familie und nicht für den Verkauf, Orangen, Papaya, Mango, Auberginen, Pacay, verschiedene Sorten Taro und Süßkartoffeln, Tomaten, Ingwer und noch vieles mehr an. Auch exotische Blumen gibt es in großer Zahl. Eine davon ist die Pinocchio-Blume. Und warum sie so heißt, demonstriert uns André gerne.

 

Polynesischer Pinocchio

 

André buddelt für uns auch Taro aus und holt frische Kokosnüsse vom Baum. Frischer geht es nicht.

 

Frisch vom Baum

 

Eine andere Sorte Kokosnuss wird geöffnet, die gar kein Wasser, sondern nur einen süßlich schmeckenden weichen Kern enthält, der in der Konsistenz an Zuckerwatte erinnert. Ummantelt ist dieser Kern von festem Kokosfleisch. André klärt uns darüber auf, dass dies die Kokosnuss zur Herstellung von Kokosmilch sei.

 

Und noch eine Kokosnuss

 

Die Überreste benutzt er zum Anlocken von Schweinen, die er mit einer simplen Falle fängt. Dabei gerät das Schwein mit dem Fuß in eine Schlinge, die sich zuzieht und es quasi an die Leine legt. Verletzt wird es dabei nicht.

André ist sehr stolz auf seinen Garten im Paradies, der seine Familie mit zwei Kindern komplett ernährt und wir freuen uns über die Gastfreundschaft, die uns zuteil wird.
Zum Dank bietet Reinhard seine Dienste als neue Hühnerscheuche an.

 

Hühnerscheuche

 

Aber davon will André nichts wissen. Lieber lässt er uns zum Abschied frischen Hibiskusnektar probieren. Der wird direkt aus dem Ansatz der Blüte gesaugt. Ein ganz besonderer Nachtisch.

 

 

Kommentieren ist momentan nicht möglich.