Heimathafen verlassen vor 1980 Tage 8 Stunden 23 Minuten

Tonga im Wandel

Megayacht „Aquijo“; 87x15m; Cayman Islands

 

Neiafu hat nur einen kleinen Hafen. Kreuzfahrtschiffe und Megayachten müssen deshalb vor Anker liegen. Tausende von Besuchern werden aber mit Börtebooten (Tender) übergesetzt und im Hafen mit einem traditionellen Kunsthandwerk-Markt empfangen und die Brass-Band der Schule spielt Rock‘n Roll und Glenn Miller Hits dazu.

 

 

Die drei Inselketten von Tonga wurden schon vor 2000 Jahren bevölkert und sind trotz vieler Übernahmeanstrengungen stets unabhängig geblieben. Allerdings tobten auf den Inseln bis zur Errichtung eines Königreichs Mitte des 19.Jh. erbitterte Stammesfehden. Zunächst zeigten die Niederlande und Großbritannien Interesse, 1876 auch Deutschland, das Kriegsschiffe stationieren durfte. Tonga erhielt jedoch 1900 in einem Freundschaftsvertrag den Schutz der Briten, ist Mitglied im Commonwealth und in den UN.

 

Erinnerung an die Rückgabe der Insel

 

Im Park von Neiafu auf Vava’u stoßen wir auf ein Denkmal. Es erinnert an die Übergabe der 160 Inseln an Gott durch König George Tupou V. Damit wurde das Feudalsystem im Jahre 2008 beendet und eine Demokratie eingeführt. Die Christianisierung zeigt auch heute noch deutliche Auswirkungen bei den 120.000 Einwohnern Tongas, aber wohl noch stärker ausgeprägt auf Samoa, das nördlich liegt. Die Kleidung ist nicht so freizügig wie in anderen Ländern des Pazifiks. Sonntags dürfen keine Geschäfte gemacht werden, auch sportliche Aktivitäten sind verboten. Und angeblich taucht man auch nicht unter einem Schiff durch, wenn eine Frau an Bord ist.

Das Leben ist sehr gemächlich und die Menschen sind sehr freundlich. Die Infrastruktur ist trotz enormer Zuschüsse, auch aus der EU, noch stark verbesserungsbedürftig. Geschäfte, Restaurants, Tauchschulen und Bootscharter (z.B. Sunsails und Moorings Yacht Charter) werden zumeist von Zugezogenen oder Firmen aus Europa und China geführt. Auch viele Neuseeländer und Australier haben sich hier niedergelassen und machen hier Geschäfte. Hier finden die Einheimischen Arbeit, lokale Selbstständige sind die Ausnahme.
Noch zählt Tonga zu den ärmsten pazifischen Ländern.

 

Abendstimmung

 

Die Seglergemeinde trifft sich abends in den am Hafen gelegenen Lokalitäten, die unterschiedliche Veranstaltungen von der Regatta bis zum Tanz anbieten.

Wir melden uns bei einer Session im „Refuge“ an. Vor uns spielt „Inki“ auf verschiedenen Flöten und asiatischen Instrumenten. Nach uns zur fortgeschrittenen Zeit spielt ein Altrocker.

Unsere „Band“ besteht aus Karen (Gesang), Martin (Bass) und mir (Keybord, Gitarre, Akk.). Wir spielen Jazz-Standards, Songs der 60er und 70er Jahre und Shantys. Das Auditorium singt teilweise bei den Songs lautstark mit und schunkelt sogar zur Akkordeonmusik. Unser Einsatz wird mit freiem Essen und Trinken belohnt.

Im Dinghy können wir aber selbst bei totaler Finsternis noch unser Schiff finden und die Instrumente und uns selbst trocken heimbringen.

 

Open Mic

 

 

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