Yksi Kurkku ja kaksi Tomaattia

 

Zur Zeit ist an Bord richtig was los.

Zwei Gastschüler haben die FindUs geentert und wollen Segeln. Das Prinzip „Learning by Doing“ steht natürlich im Vordergrund.

 

Smutjes

 

Während der Capitano mit Hilfe der internationalen Crew seinen Wortschatz aufbessert und mühsam das noch spätere Aufstehen erlernt, werden Iida aus Rämsöö/Finnland und Tobi aus St. Wendel/Saarland mit der nötigen Seemannschaft vertraut gemacht. Dazu gehört Kojenbau und Backschaft, aber auch An- und Ablegen, Segelsetzen und Ankern. Die Verständigung hierbei ist allerdings nicht immer einfach.

Vokabeln

Auch die Erfahrungen des anstrengenden Bordlebens, wie Lesen, Sonnen und Vitamin D Produktion bei 30 Grad Lufttemperatur und 25 Grad Wassertemperatur sind für die Neulinge nicht immer einfach.

 

Iida und Tobi

Neffe Jonas‘ Urlaubsbericht (14 J.)

Hallo liebe Leser!

 

Anfang Oktober hatten meine Familie und ich die Gelegenheit unseren Onkel, Schwager und Bruder auf Gran Canaria zu besuchen.

 

Mannschaftsfoto auf der SY FindUs

 

Man musste kein Prophet sein um zu sagen, dass wir viele schöne Tage mit tollen Stories verbracht haben. Schon, als wir in Las Palmas gelandet waren, sagte uns das Wetter zu. Gut, dass wir Sonnenbrillen trugen; das verhinderte Schlimmeres. Auch der Hafen von Mogán war eine Augenweide. Überall diese Restaurants mit Ausblick auf die vielen Segelyachten.

 

Gut, dass wir Sonnenbrillen trugen!

 

Überhaupt war der erste Eindruck der Insel atemberaubend. Auch das Leben auf dem Schiff war kein schweres Leben. Selbst, wenn es ab und zu ein wenig eng wurde, war es doch harmonisch und familiär. Dazu kamen die außergewöhnlichen und sonst für keinen Touristen zugänglichen Schiffstouren, zu denen Reinhard uns mitnahm. So in einer Bucht zu ankern und zu schnorcheln, das war schon toll.

Schon Samstag fuhren wir in die Bucht von Veniguera im Südwesten der Insel. Wir ankerten und hatten einen exklusiven Blick in die Berge von Gran Canaria. Zudem war das Wasser überaus klar, so dass wir ins kühle Nass springen konnten, was eigentlich angenehm warm war. Wir schnorchelten und sahen eine ganz andere Welt. Überall schwammen Fische: Blaue, Grüne, Schwarze. Das war schon ein tolles Farbenspiel der Fische, die zwischen den Felsbrocken umher schwammen.

Abends gingen wir häufig ins Restaurant. Den ersten Abend waren wir Tapas essen, was im übrigen gar nicht schlecht schmeckte. Am letzten Abend gingen wir am Hafen in ein typisches Fischrestaurant. Die Spezialität war dort Thunfischtartar, welches sofort probiert wurde. Es schmeckte gut, doch es war nicht so mein Fall. Die Frauen aßen Thunfisch-Steak, welches auch nicht schlecht dreinschaute. Aber unterm Strich: ganz frischer Fisch.

 

Thunfischtartar

 

Die Tage vergingen wir im Fluge, doch es schien, als ob wir schon unser ganzes Leben dort lebten. Wir kannten die Stadt und die Straßen. Dies veranlasste mich zu einer Tour durch den Ort. Ich ging an den Wohnungen und Häuser vorbei, die an den Berg gebaut waren, bis ich ganz oben auf einer Aussichtsplattform ankam. Dort wurde sofort das Handy gezückt und eifrig Fotos gemacht. Man hatte von dort einen tollen Blick über Puerto de Mogan, den Hafen und die Bucht.

An einem anderen Tag fuhren wir mit einem Auto in die nördlichste, größte und wahrscheinlich bekannteste Stadt auf Gran Canaria: Las Palmas. Die Stadt hat 350.000 Einwohner. Doch das Bild der Stadt enttäuschte ein wenig durch ihren äußeren Eindruck. Aber dort gibt es große Kaufhäuser und tolle Shoppingstraßen. Zudem eine tolle Altstadt mit dem Haus des Columbus, der dort seinen kurzen Aufenthalt auf Gran Canaria verbrachte.

Übrigens, wenn Sie nicht wissen woher das Wort Kanaren kommt: Die ersten Menschen, die zu den Kanaren segelten, bemerkten, dass sehr viele Hunde hier lebten. Sie nannten die Inseln dann Hundeinseln. Hund bedeutet auf Lateinisch Canis, daraus wurde dann Kanaren.

Den Mittwoch verbrachten wir in Puerto de Mogán. Ich hatte einige Tage zuvor mit Reinhard eine tolle Stelle zum Tauchen ausgemacht. Also pendelten meine Schwester, meine Mutter und ich mit dem Schlauchboot dorthin. Pia und ich gingen sofort ins Wasser und schnorchelten. Das war Klasse, die vielen Fische zu sehen, die aus den Felsspalten hervor guckten; teilweise auch in tieferen Gewässern mit sechs Metern. Aber da Hochwasser war – was auf Gran Canaria mit zwei Metern Unterschied zwischen Hochwasser und Niedrigwasser passiert – gab es keinen Wellengang.

An alle Segler: Ist ihnen auch schon einmal der Anker im Grund festgeklemmt worden. Ja, genau das passierte bei uns. Reinhard und ich fuhren mit dem Schlauchboot in besagtes Schnorchelgebiet und ankerten. Als wir zurück wollten, hing der Anker zwischen zwei Felsbrocken fest. Aber Gott sei Dank schnorchelte ein Spanier im Neopren–Anzug und mit einer Harpune in der Hand in der Nähe. Wir winkten ihn heran, nachdem wir mehrmals versucht hatten den Anker selber zu befreien und baten ihn, sich die Sache mal anzuschauen. Und tatsächlich … er holte den Anker beim ersten Tauchgang aus acht Meter Tiefe empor. Leider hatten wir kein Bier mit, dass wir ihm  für seine Hilfe hätten geben können.

 

Pia im Mast

 

Donnerstag, kurz vor der Abreise wollte Pia unbedingt mal in den Mast klettern. Ich eher weniger. Pia kletterte los und schaffte es bis zur Saling, und sie kletterte weiter, bis oben hin. Respekt gab es von allen Seiten. Nun, sollte ich die Leistung noch toppen? Tja, auch heute blieb die Höhenangst nicht aus! Warum auch? Aber ich versuchte mein Glück. Wie ich es vorausgesehen hatte, kam ich nicht zur Saling.

 

Die Zeit auf Gran Canaria verging wie im Flug. Aber am Ende der Woche konnte wir auf tolle Erlebnisse und gelungene Taten zurückschauen.

 

Captain und Crew

 

Hier noch einmal ein dickes Dankeschön an unseren Gastgeber, der uns für eine Woche auf dem Schiff aushalten musste.

Jonas Böhle

 

 

 

Drei auf einen Streich

Nicht das Christoph die Nase von der See voll gehabt hätte, als er nach dreieinhalb Monaten aus der Karibik von seinem Containerschiff auf Urlaub nach Glücksburg zurück kam. Nein, er buchte gleich neue Flüge für die Kanaren und kam zu Besuch auf die SY FindUs.

Im Hinterkopf hatte er den Gedanken, sich schon einmal einen passenden Liegeplatz für sein eigenes zukünftiges Schiff auszusuchen. So standen die Ziele schnell fest und bei bestem Wetter wurden die Häfen von Arguineguin und Rico sowie Anfi del Mar an einem Tag angelaufen. Letzterer wurde sofort favorisiert.

Bei einem kurzem Hafenaufenthalt mit Promenadenspaziergang und Stranderkundung sowie Liegeplatzsuche stand der Entschluss schnell fest: Der muss es sein. Der Jahresmietpreis von 8.000 € erschien durchaus akzeptabel, weil Strom und Wasser inbegriffen waren.

Jetzt will er aber erst einmal seine nautische Studienausbildung weiter verfolgen, damit er sich das demnächst leisten kann.

Bis dahin ist er immer willkommen als Bootsmann. Heute musste er allerdings erst die Tauwerkschäkel wechseln, danach das Deck schrubben und schließlich eine  Dichtigkeitsprüfung der Salonfenster vornehmen, die er morgen dann abdichten kann.

Und so bin ich wieder drei Punkte von der nie endenden To-Do-Liste los geworden. Schließlich muss man doch die praktische Ausbildung des nautischen Nachwuchses fördern 😉

Christoph

Datum: 31.03.2014 – 14:44 Uhr

Position: N 27 46 14.76 / W 15 41 50.77

Richtung: 37.79

 

Position in Google Maps

Lasst Blumen sprechen …

Langeweile an Bord gibt es nicht. Entweder repariert oder putzt man – natürlich mit der dazugehörigen Siesta – oder … spontaner Besuch kommt.

Diesmal kam die Crew der „SY Spica“ (Jessi und Nils), die ich seit Caramet/Frankreich kenne, auf einen kleinen Abstecher mit dem Auto vorbei, da sie mit Jessis Mutter auf einer Inseltour waren. Ich habe mich sehr gefreut. Sie brachten auch einen fulminanten Blumenstrauß mit, der jetzt die Kajüte ziert.

Natürlich wurde mal wieder gefachsimpelt und mögliche Routen beraten. Es war wie immer ein frohes Wiedersehen und mögliche weitere Treffen wurden angedacht.

Nach dem Abschied machte ich mir aber doch so meine Gedanken. Bekanntlich geht die Blumensprache auf orientalische Traditionen zurück. Und … genau, die beiden wollen ihren Kurs ‚gen Marokko richten und wollten mir bestimmt etwas durch die Blume mitteilen. Aber was nur?

Zunächst fiel mir die gelbe Farbe der Blüten auf. „Das hat doch was mit Eifersucht zu tun,“ dachte ich. Waren die vielleicht auf meinen gut funktionierenden Kühlschrank eifersüchtig oder sollte es nur ein Frühlingsstrauß sein, der Lebensfreude symbolisiert? Und dann erst diese blaue Blüten. Halten die mich etwa für krank? Schließlich schenkt man diese Farbe zur Genesung. Also Erholung habe ich wirklich reichlich, … wenn ich will. Oder wollen die mir sagen, dass ich weniger Roten trinken soll, der macht nämlich auch blau. Weiterhin fällt auf, dass alle Blüten weder hängen noch stehen. Wollen sie mir damit auf allen Seewegen stets wenig Krängung und damit wenig Schlagseite wünschen? Da die Schleife aber links gebunden ist, bezieht sich das wohl eher auf die Schenkenden selbst. Vielleicht meinen sie aber mit der Schleife doch mich, denn „Orange“, so ist die Farbe der Bindung, steht für jugendlichen Schwung oder für meine Telefongesellschaft, bei der ich eine spanische SIM-Card gekauft habe. Soll das etwa heißen: Ruf mal wieder an! Was die Blumen insgesamt angeht, ist es eine mir eher unbekannte Sorte. Ich kenne eh‘ nur Rosen oder Tulpen, das heißt wohl – alles oder nichts. Aber vielleicht soll die Ähnlichkeit mit Petunien etwas ausdrücken, vielleicht Standfestigkeit und Durchhaltevermögen? Und dann diese mögliche Ähnlichkeit mit gewissen Alpenrosen, was soviel bedeuten könnte, wie: Wann sehen wir uns wieder?

Lasst Blumen sprechen 15.03.2014Nun stehen die Blumen bei meiner Stammcrew in der Ecke. Allerdings meinten Findus und Findüs: „Oh Capitano, l’odeur de caoutchouc.“ Womit sie wohl meinten: Die stinken nach Gummi!“ Aber das Problem wird erst gelöst, wenn dem Strauß die Luft ausgeht. Beim Abschied habe ich dann aus purer Rache Jessi noch eine schnell gepflückte rote Hibiskusblüte geschenkt. So, da können sie sich jetzt selbst Gedanken machen, was das wohl zu bedeuten hat. Sie können sich aber auch einen Cocktail damit schmücken oder Sirup daraus machen. Das ist jetzt ihr Problem.

Winterflüchtlinge vom CN Glücksburg erbitten Asyl

 

Nach gründlicher Überprüfung des Artikels 1 der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 habe ich nach großzügiger Auslegung und analog zu der derselbigen und in Bezug auf die weitergehende UN Klimagerechtigkeit im Nord-Süd-Ausgleich sowie die Freilaufbestimmungen in Anwendungen auf Urlaub in Maspalomas den Bewerbungen für eine zeitlich begrenzte Mitsegel-Aufenthaltserlaubnis auf der SY FindUs gerne stattgegeben, ohne zu wissen, dass die Bewerber alle angebotenen Gourmetgerichte auch tatsächlich gänzlich verköstigen würden. Selbst frische kanarische Erdbeeren mit Sahne und selbstgemixter 230 Sinusvolt – Sauce auf Waffeln als Nachtisch und Tapas zu jeder willkommenen Gelegenheit wurden ohne nennenswerten Widerstand nicht verschmäht.

Winterflüchtlinge vom CN

Weil der Wind nicht immer bei den Kurztörns mitspielen wollte, wurde halt auch gebadet. Während bei 20,4 Grad Wassertemperatur die Crew schwimmen ging, versuchte ich den Chardonnay exakt auf 16 Grad zu kühlen. Immerhin konnte Tom mit Stangenweißbrot und Salsa di Allioli sowie kalter Fanta stets zufrieden gestellt werden. Der Abschiebehaft ist die Crew am Ende ihres Urlaubs durch freiwilligen Rückflug ins kalte Alemania entgangen.

Obwohl der Besuch nur zweitägig war, hatten wir viel Spaß, bei dem ich mich als Captain Cook voll austoben konnte und der gern jederzeit wiederholt werden könnte.

Baden bei 20 Grad Wassertemperatur

Ich wünsche den Gästen und auch allen Club Nautikern einen guten Saisonstart und gern schicke ich bei Bedarf einen Sack voll Sonne nach Norden.