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Archiv für September 2013

Grillen an Bord (Ria de Muros)

 

Auf dem Weg nach Süden treffen sich in den verschiedenen Häfen und Buchten immer mal wieder dieselben Schiffe. Man trifft sich somit auch beim Einkaufen, in den Bars oder vor Anker. Spontan entstand ein „Cobb“-Grill-Abend an Bord der FindUs mit Jessi und Nils von der Spica (D) und Elli und Ben von der White Spirit (NL). Josef, der zum Maat beförderte Ausguck, war natürlich auch dabei.

Wir liefen gemeinsam Camarinas, Muros und Baiona an und unternahmen u.a. eine Busfahrt nach Santiago de Compostela. Genau, das ist das Ende des Jakobswegs von Harpe Kerkelings berühmter Pilgerreise. Das an der Decke aufgehängte Weihrauchfass erreicht in der Kathedrale eine Geschwindigkeit von 68km/h. Meine mit Laub gefüllte „Schwenck-Büchse“ hat das in Kindertagen nie erreicht.

Rein statistisch haben wir hier fast nie Südwind, sondern meist Wind aus NO. In der Realität liegen wir hier aber schon bei warmen Regen – so um die 20 Grad – und bis zu 2,90 m Atlantikwelle aus West seit einer Woche fest. Wind- und Wetterbesserung werden erst für die nächste Woche angekündigt. Trotz dieser misslichen Situation hält sich Karens Anteilnahme bei 2-4 Grad Nachttemperaturen und eingeschalteter Fernwärmeheizung in Grenzen. Auch meine heldenhaften Tauchgänge bei nur 20 Grad Wassertemperatur finden nicht so recht Anerkennung. Vom Propeller hatte sich die Zinkopferanode verabschiedet und musste ersetzt werden.

Der nächste Crewwechsel steht in Porto bevor, wenn wir denn Portugal bei dem Wetter überhaupt erreichen werden. Während Josef nach vier Wochen als Maat doch wieder in den kalten Regen und das Glockengeläut nach Münster fliegen will, kündigt sich hoher Besuch von der Gorch Fock an. Bis dahin muss ich unbedingt noch eine Kapitänsmütze auftreiben, sonst bin ich der Maat.

Grillen an Bord (Ria de Muros)

Grillen an Bord (Ria de Muros)

 

 

Datum: 21.09.2013 – 19:22 Uhr

Position: N 42  46.58 / W 9  13.33

Richtung: 323,24

 

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Am Ende der Erde – Cabo Finisterre

Heute haben wir das Cabo Finisterre bei bestem Segelwetter auf blauem Atlantikwasser gerundet. Bis hierher hatten wir noch Jacken an. Ein warmer Wind, der uns plötzlich erfasste, hielt bis zum Abend durch. Wenn wir aber schon am Ende der Erde sind, dann wollen wir diese auch für uns entdecken. Wir können aber schon bestätigen, dass dies wohl ein Irrtum war, denn es geht anscheinend weiter, sowohl nach Süden wie nach Westen. Zahlreiche Schiffe begegneten uns.

Jetzt liegen wir in Ria de Muros, und das bei sonnigen 24 Grad. Endlich haben wir die Wetterscheide passiert. Gen Süden soll es warm bleiben. Hier gibt es noch einige Buchten zu erkunden.

Mal sehen, ob wir in der Stadt auch Fleisch essen können. Fisch, Muscheln und Pulpo mit Vino reichen uns erst einmal. Sylvias Sauerfleisch aus eigener Herstellung im Club Nautic würde ich jetzt glatt bestellen.

 

Am Ende der Erde - Cabo Finisterre

Am Ende der Erde – Cabo Finisterre

Ria de Muros

Ria de Muros

 

 

 

Datum: 20.09.2013 – 13:56 Uhr

Position: N 42  51.43 / W 9  16.27

Richtung: 350.42

 

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A Coruna / Spanien

 

„FindUs“ hat die Überquerung der Biscaya mit mehr als 4500 m Tiefe gut überstanden. Es war zwar anspruchsvoll, aber durchaus machbar. Wind zwischen 1 – 7 Bft. mit Spitzenböen um 40 kn. Windfahnensteuerung und Reffsysteme funktionierten einwandfrei. Das schwimmende Apartment glitt zwar in der langen Dünung elegant dahin, die häufig aber querlaufenden Windwellen verlangten dem Schiff einiges ab. Insgesamt konnte es jedoch in der Flottille sehr gut mithalten.

Mein neuer Ausguckmatrose, den ich nach der Fahrt zum Maat befördert habe, und die Stammbesatzung waren bei Wetterbesserung in Caramet/Frankreich mit weiteren acht Segelyachten morgens gestartet. Unterwegs gab es nur einige wenige Sichtkontakte, aber guten Funkkontakt. Größere Berufsschiffe und Fischerboote querten dafür häufiger den Weg. Obwohl die Routen der Yachten je nach Windlage und Taktik unterschiedlich verliefen, war es überraschend, dass alle nur mit wenigen Stunden Abstand in La Caruna nach zwei Tagen und 16 Std. nachts ankamen.

Alle Schiffe haben die Überfahrt ohne Probleme überstanden, aber die Mannschaften waren zumeist übermüdet. Wir haben erst einmal direkt nach der Ankunft um 3.00 Uhr Rühreier mit Schinken gegessen und kaltes Bier getrunken. Das gelang nunmehr ohne Schaukeln auch ohne akrobatische Verrenkungen. Allerdings zeigte der Digestif unmittelbare Wirkungen und haute uns um. Die Sonne am Morgen und die Dusche weckten die Lebensgeister. Wir liegen nunmehr direkt im Hafen nahe der Altstadt. Die weiteren Planungen sehen Besichtigungen und Ankeraufenthalte in schönen Buchten entlang der spanischen und portugiesischen Küste vor.

Biscaya

Biscaya

 

Datum: 12.09.2013 – 19:02 Uhr

Position: N 44,40 / W 8,15

 

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Die erste Wache – Spanien in weiter Ferne

 

Josef ist nun den 4. Tag an Bord und hat heute die Prüfung als Wachmann endlich bestanden. In seiner Prüfungsaufgabe musste er das eindeutige Signal für „Land voraus“ geben. Trotz leicht getrübten Blickes des Wachmanns, konnte der Kapitän feststellen, dass das Signal zwar richtig gegeben wurde, aber Spanien noch weit hinterm Horizont liegen musste. Morgen muss er seine Aufgabe als Wachmann unter Beweis stellen, denn dann wird es richtig ernst. Die Schlechtwetterfront zieht nunmehr durch und damit kommen die erwünschten Winde in den nächsten Tagen aus der richtigen Richtung. Es werden insgesamt acht Schiffe die Leinen loswerfen und die Biscaya-Passage wagen.

Die erste Wache - Spanien in weiter Ferne

Die erste Wache – Spanien in weiter Ferne

 

Datum: 09.09.2013 – 16:25 Uhr

Position: N 48 16.81 / W 4 35.35

Richtung: 100.27

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Clipper round the World 2013/14 – Ankunft in Brest und Crewwechsel

 

So nah dran war ich noch nie! Ankunft der Teilnehmer der Etappe England – Frankreich. Und ich mittendrin. Zur nächsten Etappe kann ich mich leider nicht mehr anmelden, da das Rennen schon begonnen hat. Es geht direkt nach Rio. Na ja, vielleicht sollte sich unsere FindUs auch erst einmal mit einen kleineren Etappe an den Atlantik gewöhnen. Obwohl, Begleitung hätte ich jetzt. Deshalb bin ich bekanntlich nach Brest gefahren, um meinen Freund Josef an Bord zunehmen, der mit dem Flugzeug kam. Der erste Gast bleibt gleich einen Monat an Bord. Im Internet sind übrigens tolle Bilder vom Rennen zu sehen. Aber Nebel hatten die auch. In Camaret, welches direkt gegenüber liegt, sammeln sich so langsam die Yachten, die über die Biscaya wollen. Im Moment warten wir alle auf den Durchzug eine Tiefausläufers.

Clipper round the World 2013-14

Clipper round the World 2013-14

 

 

Datum: 05.09.2013 – 16:03 Uhr

Position: N 48 22.64 / W 4 29.28

Richtung: 329.78

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