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Archiv für Dezember 2016

Eine kleine Weihnachtsgeschichte

 

Es begaben sich zum Ende des Jahres viele Seebewohner auf ihren Schiffen nach Bonaire in die Karibik, da dort anscheinend eine Zählung vorgenommen wurde. Und nach altem Brauch beherbergten die großen Schiffe meist die Nachbarn zum Sundowner. So fanden wir uns auf dem englisch/schottischen Oldtimer Kreuzer „Desiderata“ ein, der auf der Antigua Week in seiner Klasse sogar den 1. Platz belegt hatte.

 

Sundowner auf der SY Desiderata

Sundowner auf der SY Desiderata

 

Spät am Heiligen Abend, wir nahmen gerade unser Festessen ein, hörten wir ein Klopfen. Ist es die Mooring Boje, ein Treibholz oder etwa jemand der eine Herberge sucht. Karen wagt einen Blick aus dem Cockpit. Über ihr scheinen die Sterne hell und sie sieht eine junge Frau im Ruderboot. Ich rufe aus der Koje: „Frag nach, ob sie Maria heißt und schwanger ist!“ Sie sieht abgekämpft aus und hat einen Ruderdollen-Bruch und war schon weit abgedriftet. Aha, sie heißt auch nicht Maria, sondern Anna, kommt aus Schottland und möchte gern zu ihrem Schiff Noomi übergesetzt werden. Es liegt eine knappe Meile entfernt. In dieser Notlage ist Hilfe angesagt. Unser Dinghy wird zu Wasser gelassen und Anna steigt ein und zieht brav und sichtlich erleichtert ihr kleines Ruderboot hinter sich her.

 

Rettungs-Dankeschön-Plätzchen von Anna

Rettungs-Dankeschön-Plätzchen von Anna

 

Am anderen Tag klopft es wieder und wieder ist es Anna. Diesmal mit selbstgebackenem Ginger-Bread und einem Dankeschön auf den Lippen. Für den Fall, dass sie uns nicht angetroffen hätte, hatte sie sogar einen Zettel vorbereitet. Nach soviel Nettigkeit verabredeten wir uns in der Südsee für das nächste Jahr. Hoffentlich ist sie dann nicht… wieder in Not!

 

 

 

Frohe Weihnachten

 

 

Allen Leserinnen und Lesern wünschen wir schöne Festtage und ein gutes neues Jahr 2017

 

 

Viele Familien essen traditionell Heiligabend Bockwurst mit Kartoffelsalat. Damit die Zubereitung der Würstchen auch problemlos gelingt, hier noch ein heißer Video-Tipp von den Niederländischen Antillen aus Bonaire.

 

Video

Zum Starten des Videos das Bild anklicken!

 

 

 

Bonaire oder Bonne Pluie?

 

 

Die Insel der Niederländischen Antillen ist mit der Größe Föhrs vergleichbar und hat laut Statistik ein ausgewogenes Klima. Die Temperaturen liegen zwischen 24 und 29 Grad und ein stetiger Ostwind weht. Regen gibt es fast nur in der Regenzeit und Hurrikans gibt es quasi nicht. In der Realität wurde Bonaire aber stark durch die Ausläufer von Hurrikan Matthew gebeutelt. Die Hinterlassenschaften, wie lehmige Straßen, Baumbruch und Hausschäden sind noch zu sehen. Die rund 14Tsd. Einwohner haben noch viel zu tun.

Der Empfangsregen für uns hielt eine Woche an und brachte für uns annehmbare Temperaturen mit sich. Während der Name der Insel gute Luft verspricht, hatten wir eher den Eindruck von gutem Regen.

Beim ersten Sonnenschein gingen wir mit der kanadischen Crew von der Passion Rebelle mit zwei Pick Ups auf Tour. In der Nordhälfte gab es den Nationalpark zu erkunden und im Süden die Strände, Tauchspots und die Salzindustrie.

 

 

Viele Strände prägen die Insel mit sehr guten Tauch- und Schnorchelspots, aber auch Flamingos, Esel, Leguane und der Fischreichtum. Überall sind auch Kakteen zu sehen.

Kralendijk ist die Hauptstadt. Ansonsten gibt es noch die kleinere Stadt Rincon und zahlreiche private Ansiedlungen und Hotelkomplexe.

 

Bei der Anfahrt flachsen wir noch rum: Gibt es hier wirklich Matjes? Ja, gibt es, genau so wie alle Lebensmittel, die wir aus Europa kennen. Das übertrifft noch das Angebot von Grenada und von Martinique. Obwohl wir uns den landestypischen Gerichten anpassen, freuen wir uns durchaus, heimatliches Essen zubereiten zu können.

 

 

Auch der Baumarkt hat europäische Qualität und ist beeindruckend und auf dem Flugplatz landen Überseeflugzeuge. Und wenn tausende Menschen von den Kreuzfahrtschiffen die kleine Hauptstraße bevölkern, hört man plötzlich auch badensische oder sächsische Töne. Abends kehrt wieder Ruhe ein und auch ein bisschen die holländische Gemütlichkeit.

 

   

Hier lässt es sich leben. Deshalb bleiben wir noch ein Weilchen.