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Eine kleine Weihnachtsgeschichte

 

Es begaben sich zum Ende des Jahres viele Seebewohner auf ihren Schiffen nach Bonaire in die Karibik, da dort anscheinend eine Zählung vorgenommen wurde. Und nach altem Brauch beherbergten die großen Schiffe meist die Nachbarn zum Sundowner. So fanden wir uns auf dem englisch/schottischen Oldtimer Kreuzer „Desiderata“ ein, der auf der Antigua Week in seiner Klasse sogar den 1. Platz belegt hatte.

 

Sundowner auf der SY Desiderata

Sundowner auf der SY Desiderata

 

Spät am Heiligen Abend, wir nahmen gerade unser Festessen ein, hörten wir ein Klopfen. Ist es die Mooring Boje, ein Treibholz oder etwa jemand der eine Herberge sucht. Karen wagt einen Blick aus dem Cockpit. Über ihr scheinen die Sterne hell und sie sieht eine junge Frau im Ruderboot. Ich rufe aus der Koje: „Frag nach, ob sie Maria heißt und schwanger ist!“ Sie sieht abgekämpft aus und hat einen Ruderdollen-Bruch und war schon weit abgedriftet. Aha, sie heißt auch nicht Maria, sondern Anna, kommt aus Schottland und möchte gern zu ihrem Schiff Noomi übergesetzt werden. Es liegt eine knappe Meile entfernt. In dieser Notlage ist Hilfe angesagt. Unser Dinghy wird zu Wasser gelassen und Anna steigt ein und zieht brav und sichtlich erleichtert ihr kleines Ruderboot hinter sich her.

 

Rettungs-Dankeschön-Plätzchen von Anna

Rettungs-Dankeschön-Plätzchen von Anna

 

Am anderen Tag klopft es wieder und wieder ist es Anna. Diesmal mit selbstgebackenem Ginger-Bread und einem Dankeschön auf den Lippen. Für den Fall, dass sie uns nicht angetroffen hätte, hatte sie sogar einen Zettel vorbereitet. Nach soviel Nettigkeit verabredeten wir uns in der Südsee für das nächste Jahr. Hoffentlich ist sie dann nicht… wieder in Not!

 

 

 

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